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Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur therapeutischen Arbeit ohne Vertragspsychotherapeutensitz

 Die Unterstützung der Kostenerstattung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Logo BAPt
 
Berufsverband Akademischer PsychotherapeutInnen
BAPt e.V. Geschäftsstelle
Kasparstr. 20-22
50670 Köln
www.baptev.de

Wir unterstützen Sie auch, wenn Sie im Rahmen der sogenannten "Kostenerstattung" arbeiten wollen oder müssen. In der Regel müssen Sie auch dann Berichte zu Ihren Anträgen einreichen und sie innerhalb des normalen Gutachterwesens der kassenrechtlich geregelten Psychotherapie begutachten lassen. Dabei gilt es, die besonderen Bedingungen der Kostenerstattung auch inhaltlich zu berücksichtigen, was wir in unserer Arbeit individuell umsetzen.

Nach wie vor gelten die Bestimmungen der vor allen Dingen vor 1999 unter dem Begriff "Kostenerstattung" bekannt gewordenen Regelungen.

Im § 13 Absatz 3 SGB V und weiterführenden Gerichtsentscheiden wird eine Versorgungspflicht für die gesetzlichen Krankenversicherungen formuliert, die gegebenenfalls über die Versorgungskapazitäten der Vertragpsychotherapeuten hinausgeht. Immer dann, wenn in Ihrer Region eine Patientin/ein Patient innerhalb einer zumutbaren Wartezeit keinen Behandler oder eine Behandlerin findet, dann greifen diese gesetzgeberischen Vorgaben.

Dafür gelten die folgenden Bedingungen

  1. Das Vorliegen einer so genannten "Notwendigkeitsbescheinigung", ausgestellt durch den behandelnden Therapeuten (geplant). Wie in der Richtlinientherapie auch, muss ein ärztlicher Konsiliarbericht vorliegen.
     
  2. Die Leistungen der GKVen dürfen nur innerhalb der Richtlinienverfahren gewährt werden (AP, TP, VT).
     
  3. Die Kostenerstattung greift nur dann, wenn ein Vertragsbehandler definitiv nach "zumutbarer" Wartezeit nicht zur Verfügung steht.
     

Es ist demnach nicht Aufgabe des Patienten, sich einen Platz zu suchen, sondern die der GKVen, solche Plätze bereitzustellen. Der bloße Verweis auf Therapeutenlisten seitens der Kassen reicht daher nicht. Als Voraussetzung zur "Kostenerstattung" in diesem Zusammenhang gelten drei vergebliche Behandlungsanfragen bei Vertragsbehandlern. Als "zumutbare Wartezeiten" gelten dabei sechs Wochen, nur in Ausnahmefällen bis zu drei Monaten. Bei Kindern und Jugendlichen sollten sechs Wochen nicht überschritten werden.

Der formale Ablauf gestaltet sich derart, dass der Patient bei der Kasse einen formlosen Antrag auf Kostenerstattung für Psychotherapie stellt. Diesem Antrag wird die Notwendigkeitsbescheinigung beigelegt und er sollte die folgenden Angaben des zur Behandlung zur Verfügung stehenden Psychotherapeuten beinhalten: Die ICD-10-Diagnose mit dem Vermerk, dass es sich um eine Krankheit im Sinne des SGB V handelt und dass die psychotherapeutische Behandlung in seiner Praxis umgehend begonnen werden kann. Ferner die Angaben über Art und Umfang der Behandlung, sowohl die veranschlagte Anzahl der Sitzungen und das Honorar pro Sitzung. Die Krankenkasse ist dann verpflichtet, den Antrag zu bewerten, bei Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden.

Da nach den Psychotherapie-Richtlinien zu arbeiten ist, kann die Kasse einen entsprechenden Bericht zum Antrag auf Psychotherapie verlangen und diesen ihren Gutachtern vorlegen. Die Qualifikation (Voraussetzung approbierter Psychotherapeut mit der Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde) ist hier von den Gutachtern nicht infrage zu stellen, lediglich die Inhalte des Berichtes zur Antragstellung.

Neben der hier skizzierten formalen Möglichkeit innerhalb der Kostenerstattung, gibt es noch weitere Arbeitsmöglichkeiten für Psychotherapeuten ohne Vertragssitz z. B. Finanzierung über Jugendämter, nach dem Heilkundegesetz, etc.

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